Pascale Hugues: So voller Leben. Über meine Mutter

So voller Leben und so zerbrechlich. Eine Frau, zerrissen zwischen Gegensätzen: Ihre Eltern wünschen sich so sehr einen Jungen und bekommen ein braves Mädchen. Linkshänderin und gezwungen, mit Rechts zu schreiben. Mal Französin, mal Deutsche, die Elsässerin wechselt drei Mal die Nationalität, die Sprache und sogar den Vornamen. Sie schwankt zwischen dem Charme der Bourgeoisie und der Verlockung des Aufruhrs, zwischen dem Patriarchat und der großen Befreiung der Frauen. Und kommt zu spät für den Epochenwechsel. Fürsorgliche Mutter, sie verschwindet wochenlang ohne Erklärung. Ihr Leben stets zwischen zwei Polen, ein Spiegel ihrer Krankheit. Bipolar. Pascale Hugues folgt den Spuren ihrer zu früh gestorbenen Mutter, ihren Abstürzen, ihrem Mut, immer wieder aufzustehen. Sie enthüllt Familienlegenden und Geheimnisse und zeichnet das Bild einer Zeit, in der psychische Erkrankungen ein Tabu sind, die man hinter schützenden Lügen verbirgt. Eine feinfühlige Erzählung von Schmerz und Lebensfreude.

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