120 Jahre Kleingartenverein „Vogelgesang“ – Eine grüne Oase im Wandel der Zeit

„Ich komme jeden Tag in meinen Garten.“ Alma Hayt, Jahrgang 1932, macht es sich in einer ihrer gemütlichen Sitzecken bequem. Im roten Hosenanzug ist sie auch im fortgeschrittenen Alter noch eine elegante Erscheinung. Seit fast sieben Jahrzehnten hat die agile Seniorin hier ihre grüne Scholle und mit Datum 1956 auch den ältesten Pachtvertrag in der Schrebergartenanlage an der Kastanienstraße in der Neuen Neustadt.

Gebürtig aus Lettland, verschlug es Alma Hayt als Flüchtling 1945 in die Altmark und 1951 der Liebe wegen noch Magdeburg. Hier gründete sie eine Familie, bekam zwei Kinder. Der Garten wurde das zweite Zuhause und diente in der schwierigen Nachkriegszeit auch der eigenen Versorgung. „Die Laube haben wir selbst aus den Trümmersteinen der zerbombten Junkers Werke gebaut.“ Der Zusammenhalt in der Nachbarschaft sei groß gewesen – einer half dem anderen. Als Zeitzeugin der Nachkriegsgeschichte des Vereins hat die Mittneunzigerin viel zu erzählen…. Altes ging – Neues kam auf ihrer grünen gepflegten 600 qm Wohlfühloase. Der knöchrige Pflaumenbaum, Pflanzdatum unbekannt, ist geblieben. Er hatte Alma Hayt bereits beim Einzug begrüßt.

Heute sind Tochter Karola, Jahrgang 1959, und der Schwiegersohn die Hauptakteure im Garten. Doch auch Mutter Alma ist noch aktiv. Viel Bewegung an der frischen Luft sei das Geheimrezept für ihr hohes Alter, so die alte Dame. Vereinsvorsitzender Ingolf Neumann kann dies nur bestätigen. „Vor kurzem kam Frau Hayt noch mit dem Fahrrad in den Garten und ihre Buttercremetorten auf Vereinsfesten waren legendär .“

Ingolf Neumann vom Kleingartenverein Vogelgesang in Magdeburg Neustadt

Ingolf Neumann vom Kleingartenverein Vogelgesang in Magdeburg Neustadt

Das eigene Vereinsheim – viel Platz für ein geselliges Miteinander

Ingolf Neumann, Jahrgang 1956, übernahm 1996 den Vorstand in einem der ältesten Kleingartenvereine Magdeburgs. 131 Parzellen und circa 150 Mitglieder zählt der 1905 gegründete Kleingartenverein in der Neustadt. Der Endsechziger bewirtschaftet hier zusammen mit Ehefrau Hannelore selbst eine Parzelle. „Gartenarbeit ist für mich keine Arbeit“, so der engagierte Gartenliebhaber. Besonders stolz ist Ingolf Neumann auf das Vereinsheim „Zur Vogelpiepe“ mitten auf dem Gelände des Gartenvereins. Nach 1949 errichtet, umgebaut und modernisiert, ist es inzwischen Vereinsbesitz. Die Vogelpiepe ist Kult in der Neustadt. „Schon zu DDR-Zeiten kannte jeder Taxifahrer die Lokalität und die Tanzabende waren hier legendär“, erinnert sich Ingolf Neumann. Doch der Zahn der Zeit nagte auch an der Vogelpiepe. Auf Grund akuter Dachschäden drohte 2023 das Aus.

Doch die beliebte und gut gebuchte Lokalität, bekannt auch über den Verein hinaus, erhielt nach zwei Jahren Schließzeit ein neues Dasein. Eigenfinanziert und dank unzähliger Aufbaustunden vieler Helfer konnte das Vereinsheim im April 2025 wiedereröffnet werden.

Für Feiern mit bis zu 70 Personen stehen die eingerichteten Räumlichkeiten für eine Kostenpauschale pro Wochenende Mitgliedern und Nichtmitgliedern offen. Eingebettet in ein grünes parkähnliches Terrain mit über 100 Jahre alten Linden, Bänken sowie Sport- und Spielgeräten, bietet die Lokalität auch ein attraktives Umfeld für Groß und Klein.

Weitere Informationen zum Verein und zum Vereinsheim gibt es unter www.vogelgesang-md.de

Autorin: Annett Szameitat

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