Man fühlt sich auf Anhieb wohl beim Betreten des großen hellen Raumes im Loftstil, der einst als Neustädter Straßenbahndepot diente. Vor den hohen Fenstern befinden sich zwei Reihen mit je 6 Arbeitsplätzen. An den Wänden hängen wunderschöne Landschaftsfotografien. Ringsherum stehen Pflanzen und moderne Tischlampen, die eine Atmosphäre schaffen, in der es leicht fällt, konzentriert zu arbeiten. Coworking heißt das seit einigen Jahren bekannte Prinzip, bei dem sich selbstständige Menschen an einem Ort zusammenfinden, um dort an ihren jeweiligen Projekten zu arbeiten. Es bietet flexible Nutzungsoptionen und etabliert sich besonders in der Kreativbranche zunehmend als ideale Alternative zum Home-Office.

In der hinteren Ecke befindet sich der gemütliche Teil, hier sitzen neben einer großzügigen Sitzecke  ein paar CoWorker am Frühstückstisch und tauschen sich angeregt über Projekte und Zukunftspläne aus. Im Hintergrund spielt Musik, es duftet nach Kaffee und frischen Brötchen. Unter ihnen sitzt auch Jan-Christoph Elle, der Gründer des Ende letzten Jahres in Leben gerufene Künstlerkartells.

In Eigenarbeit und mit Unterstützung von Freunden und Familie hatte er die Räumlichkeiten zuvor innerhalb von 6 Wochen so umgebaut, bis sie ihren Zweck erfüllten. Der Video-Editor, Fotograf und Filmemacher bietet Selbstständigen verschiedene Möglichkeiten der Nutzung an. Für 199 € pro Monat kann man sich fest einmieten. Eine flexible tageweise Nutzung kostet 15 € oder als Zehnerkarte 130 €. Wer das Ganze erst einmal ausprobieren möchte, kann für 25 € eine Probewoche buchen. Jeweils im Preis mit inbegriffen sind der Arbeitsplatz mit schnellem Internet, eine Flatrate für den Drucker sowie endlos Tee und Kaffee.

Beim Durchstarter-Frühstück wird viel diskutiert

Auch wenn der Name es vermuten lassen könnte, ist das Künstlerkartell nicht nur für Künstler im herkömmlichen Sinne gedacht: „Jeder, der in die Selbstständigkeit geht, ist ein Künstler, denn da gibt es so viele Sachen zu managen und zu tun. Es mag sein, dass ich gut fotografieren kann, aber das heißt noch lange nicht, dass ich einen Euro damit verdiene. Es gehört so viel mehr dazu, z.B. Homepages bauen, Marketing, Social Media, Buchführung und Kundenansprache. Und hier können wir uns untereinander zu all diesen Themen wunderbar austauschen und gegenseitig inspirieren“, erläutert Jan-Christoph seine Idee.

Neben dem schönen Arbeitsflair bietet das Künstlerkartell auch Vorträge und Workshops, eine weitere gute Gelegenheit zur Vernetzung und dem Kennenlernen von neuen Kontakten. Montags gibt es in unregelmäßigen Abständen ein „Durchstarter-Frühstück“, um schwungvoll in die neue Woche zu gehen.

www.kuenstlerkartell.de
Lübecker Straße 92
39124 Magdeburg

aus: Neustadtgeflüster – Ausgabe 9