Vergangenheit

Die Vita der Magdeburger Neustadt

Magdeburg ist mit 1.200 Jahren eine der ältesten Städte Ostdeutschlands und blickt auf eine bewegte historische Vergangenheit zurück, die ihresgleichen sucht. Als Kaiserresidenz, Bischofs- und Hansestadt sowie preußische Festung weckte sie immer wieder Begehrlichkeiten, wurde von Krieg und Zerstörung heimgesucht, aber auch immer aufs Neue aufgebaut und mit vielversprechenden Perspektiven versehen. Die Neustadt, einst selbstständige Siedlung nördlich vor den Mauern der Lieblingspfalz des ersten deutschen Kaisers gelegen, ist nicht nur fast genauso alt wie die Residenz Ottos I., sondern auch eng mit deren Geschichte verbunden.

Magdeburg ist mit 1.200 Jahren eine der ältesten Städte Ostdeutschlands und blickt auf eine bewegte historische Vergangenheit zurück, die ihresgleichen sucht. Als Kaiserresidenz, Bischofs- und Hansestadt sowie preußische Festung weckte sie immer wieder Begehrlichkeiten, wurde von Krieg und Zerstörung heimgesucht, aber auch immer aufs Neue aufgebaut und mit vielversprechenden Perspektiven versehen. Die Neustadt, einst selbstständige Siedlung nördlich vor den Mauern der Lieblingspfalz des ersten deutschen Kaisers gelegen, ist nicht nur fast genauso alt wie die Residenz Ottos I., sondern auch eng mit deren Geschichte verbunden.

937 // Kaiser Otto I. erwähnt in seiner Beurkundung des Benediktinerklosters St. Mauritius als Familienkloster bereits mehrere linkselbische Dörfer, die sich in unmittelbarer Umgebung Magdeburgs befinden.

Um 1000 // Für die ersten Ansiedlungen nördlich von Wall und Graben Magdeburgs wird der Name Neustadt – nova civitas – eingeführt. Die kleine Siedlung Neustadt gehört zum erzbischöflichen Territorium.

Im 13. Jh. // Die Neustadt und das wendische Fischerdorf Frose geraten in die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst und werden in der Folge im Jahr 1213 aus Rache im Auftrag des Kaisers geplündert und gebrandschatzt.

1230 // Nach diesen Kriegswirren vergrößert Erzbischof Albrecht die Altstadt von Magdeburg, verschiebt das Stadtgebiet der Neustadt nach Norden und erteilt ihr das Stadtrecht. Ab sofort ist die Neustadt eine selbstständige Landstadt.

1373 // Nach wiederholten gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Frose und der Neustadt werden beide Ortschaften von Erzbischof Peter vereinigt.

Um 1550 // Der Schmalkaldische Krieg beendet die langanhaltende Blütezeit der Neustadt. Das protestantische Magdeburg steht auf Seiten des Schmalkaldischen Bundes gegen den katholischen Kaiser Karl V., der die Reichsacht verhängt. Im Zuge der Auseinandersetzungen wird die Neustadt geschliffen, nach Abzug der Truppen jedoch unverzüglich wieder-aufgebaut.

1631 // Bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 blüht die Neustadt mit ihrer landwirtschaftlichen Produktion erneut auf, während sich Magdeburg erfolgreich auf Handel und Gewerbe konzentriert. Bereits durch die Kriegswirren geschwächt, werden die Städte von den kaiserlichen Truppen unter Tilly und Pappenheim erstürmt und zerstört. Nach Kriegsende 1648 beginnt der Wiederaufbau.

1680 // Nach dem Tod des letzten kursächsischen Administrators fällt das ehemalige Erzstift Magdeburg als Herzogtum Magdeburg de jure an das Kurfürstentum Brandenburg. Die Neustadt gehört nun zu Brandenburg-Preußen. Um das Gewerbe zu entwickeln, siedelt der Große Kurfürst wie in Berlin erfolgreich französische Protestanten, Hugenotten, an.

1722 // Nach mehrfacher Zerstörung wird der Vogelgesang-Park für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Die Stadt Magdeburg hatte das 21 Hektar große Gelände als Erholungsgebiet erworben. Sein Name geht auf einen Wald zurück, in dem im Mittelalter Vogelfänger Netze aufstellten, um Singvögel zu fangen. Der Park entwickelt sich bald zum beliebten Ausflugsziel für das Volk.

1806 // Während der Kontinentalsperre müssen fehlende Importgüter durch einheimische Erzeugnisse ersetzt werden. In der Folge entstehen dank privaten Unternehmertums Textilfabriken, Seifensiedereien, Zucker- und Schokoladenfabriken.

Um 1810 // In der Neustadt sind unter anderem ein Apotheker, zwei Wundärzte, vierzehn Bauern, 17 Branntweinbrenner, sechs Bäcker, sechs Fleischer, vier Schmiede, fünf Stellmacher, drei Kaufleute und mehrere Krämer, ein Seidenstrumpffabrikant, sieben Tuchfabrikanten, sieben Zichorienfabriken, acht Windmühlen, eine Öl- und Graupenmühle, eine holländische Mühle und 60 Landwirte ansässig.

1812 // Anfang des 19. Jahrhunderts zählt Neustadt zu den angesehensten und wirtschaftlich stärksten Landstädten des Herzogtums Magdeburg. Durch die Niederlage Preußens im Feldzug 1806–1807 gegen die napoleonischen Truppen wird das Gebiet jedoch an den französischen Kaiser Napoleon I. abgetreten. Um eine gute Ausgangsposition für seinen Russlandfeldzug zu schaffen, verfügt er, große Teile der Neustadt abzureißen und die Häuser hinter der Schusslinie wiederaufzubauen. Nach Ausbruch des Krieges werden die Pläne in die Tat umgesetzt.

1813 // Die bisherige – Alte – Neustadt verliert an Bedeutung, die etwas nördlicher auf Befehl Napoleons als regelmäßige Anlage um den Nicolaiplatz errichtete Neue Neustadt wird gegründet.

1823 // Der Kaufmann und Gutsbesitzer August Leberecht Bodenstein errichtet eine Brauerei.

1824 // Die nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel, Baumeister des Königs Friedrich Wilhelm III., errichtete Nicolaikirche wird eingeweiht. Bis heute gilt die Kirche als einer der bedeutendsten klassizistischen Bauten in Magdeburg.

1827 // Mit dem Nordfriedhof entsteht die erste städtische Begräbnisstätte Magdeburgs auf dem Gebiet der Neustadt. Mitte des Jahrhunderts wird die Ruhestätte zum Nordpark umgestaltet.

Um 1860 // Die erfolgreiche Industrialisierung hinterlässt ihre Spuren. In der Neuen Neustadt sind vier Zucker-, eine Schokoladen- und eine Zichorienfabrik ansässig. Außerdem gibt es eine Brauerei und drei Maschinenfabriken.

1873 // Der Bahnhof Magdeburg-Neustadt nimmt seinen Betrieb auf.

1886 // Am 1. April werden die Alte und die Neue Neustadt mit 29.000 Bewohnern nach Magdeburg eingemeindet. Dadurch werden wichtige Impulse zur Entwicklung Magdeburgs zu einem modernen Industrie-, Handels- und Kulturzentrum gegeben.

1888–1893 // Der Handelshafen entsteht.

1899 // Die deutsch-reformierte Kirche an der heutigen Henning-von-Tresckow-Straße wird eingeweiht.

1902 // Am Dräseckeplatz wird die Martinskirche eröffnet.

1935 // Die Junkers Motorenbau Zweigstelle Magdeburg nimmt in der Neuen Neustadt ihren Betrieb auf.

1945 // Am 16. Januar wird bei der schwersten Bombardierung Magdeburgs während des Zweiten Weltkriegs die Alte Neustadt fast vollständig zerstört.

1950 // Auf dem Gelände des Vogelgesang-Parks, dem ältesten öffentlichen Park Magdeburgs, wird im nördlichen Teil des Parks ein Heimattiergarten errichtet, aus dem 1959 der Zoo hervorgeht. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Park nach den Plänen des Landschaftsgärtners Rudolf Schoch gestaltet worden.

1954 // Die Alte Neustadt wird wiederaufgebaut. Ein völlig neues Stadtbild entsteht.

Quellenangabe:

  • Magdeburg.de, in: http://www.magdeburg-tourist.de/Tourismus_Freizeit/Stadtportrait/Chronik/, 02.03.2012
  • Magdeburg.de, in: http://www.magdeburg.de/index.phtml?La=1&sNavID=698.26&object=tx%7C698.4117.1&kat=&kuo=1&sub=0, 02.03.2012
  • Magdeburg.de, in: http://www.magdeburg.de/index.phtml?La=1&sNavID=698.160&mNavID=115.9&object=tx|698.4141.1&kat=&kuo=1&sub=0, 02.03.2012
  • Landeshauptstadt Magdeburg, Stadtplanungsamt Magdeburg (Hrsg.), Napoleonische Gründungen Magdeburgs, Heft 18/I/94, 1994